Pflege bei Neurodermitis und Juckreiz

Einleitung

In Deutschland leiden mindestens drei Millionen Menschen unter Neurodermitis. Kinder und Jugendliche sind etwa zu zehn Prozent von dieser Krankheit oder unterschwelligen Formen betroffen. Insgesamt haben über 30 Prozent aller Deutschen die Anlage zur Neurodermitis (Atopie). Wenn ein Elternteil Neurodermitiker ist, liegt das Risiko einer Erkrankung der Kinder bei etwa 30 Prozent. Sind beide Eltern betroffen, liegt das Risiko der Kinder bei 60 bis zu 80 Prozent, eine Neurodermitis und/oder einen Heuschnupfen oder Asthma zu entwickeln. Bei 80% der Betroffenen tritt die Neurodermitis vor dem Schulalter auf (unter 7 Jahre).
 

Selbsthilfegruppen / Patientenorganisationen / Informationsportale:

  • www.neurodermitis.net – Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V., Boppard: Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Infos für Betroffene.
  • www.dnb-ev.de – Deutscher Neurodermitis-Bund e.V., Hamburg: Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Infos für Betroffene.
  • www.jucknix.de – Unabhängiges deutsches Neurodermitis-Portal.
  • www.dgk.de – Suchbegriff Neurodermitis: Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes e.V., Marburg: Umfangreicher Überblick über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
  • www.neurodermitisschulung.de – Arbeitsgemeinschaft Neurodermitis-Schulung e.V. (AGNES, Berlin): Bietet Informationen zu Neurodermitisschulungen.

 

Ruhige Haut 

Normalerweise fühlen wir uns wohl in unserer Haut. Wenn die Haut gesund ist, ist sie ruhig, dann merken wir nichts von ihr. Dennoch ist ruhige Haut keine Selbstverständlichkeit. Die Haut befindet sich in einem fragilen Gleichgewicht, denn sie muss ständig auf Einflüsse von außen und von innen reagieren. Die oberste Hautschicht, die Epidermis, erneuert sich in einem Zyklus von etwa 28 Tagen. Einflüsse des modernen Lebens machen der Haut zu schaffen. Häufiges Duschen und Baden, die Anwendung von Seifen, Deos und Parfums, aber auch trockene Heizungsluft im Winter können die normale Funktion der Haut stören und aus der Ruhe wird Unruhe. Auch seelische Faktoren, wie Stress oder Kummer, können zu ‚Hautstress‘ führen. Die häufigsten Reaktionsformen der Haut auf Stress sind Juckreiz und Entzündungen. Vor allem Menschen mit atopischer Haut, d.h. Menschen, die zu Neurodermitis, Heuschnupfen und allergischem Asthma neigen, haben eine empfindliche Haut und es reichen oft schon geringe Reize, wie das Kitzeln von Wolle auf der Haut, um Juckreiz auszulösen.

 

Juckreiz

Juckreiz entsteht in der obersten Hautschicht, der Epidermis, die reich an freien Nervenendigungen ist. Bei anlagebedingt trockener Haut, z.B. Neurodermitis, sind die freien Nervenendigungen, die bis direkt unter die Oberfläche reichen, nicht mehr durch eine stabile Hautbarriere ausreichend geschützt. Deshalb können Reize wie Wärme und Kälte, Kitzeln auf der Haut, Einwirkung von Wasser und Seife sowie die Anwendung einer unpassenden Hautpflege diese freien Nervenendigungen reizen und Juckreiz auslösen. Juckreiz kann auch entstehen, wenn in der darunter liegenden Hautschicht, der Dermis, Mastzellen dazu gereizt werden, ihren in der Zelle gespeicherten Botenstoff Histamin auszuschütten. Histamin führt zu einer raschen Erweiterung der Gefäße und zu Juckreiz. Beispiele für histaminvermittelten Juckreiz sind Mückenstiche und Brennesselkontakt. Auch bei der Urtikaria (Nesselsucht) entstehen die Schwellung und der Juckreiz durch das Histamin. Juckreiz kann aber auch andere Ursachen haben. So können innere Erkrankungen (z.B. Nierenerkrankungen, Gallenerkrankungen) zu Juckreiz führen. Trockenheit der Haut im Alter kann zu Juckreiz führen, ebenso wie bestimmte Medikamente und Nahrungsmittel. Auch Parasiten können Juckreiz verursachen, z.B. die Krätze, die immer wieder kleine Epidemien auslöst. Ist die Ursache für den Juckreiz unklar, sollte ein Hautarzt zur Klärung hinzugezogen werden.

 

Entzündungen der Haut

Normalerweise dient eine Entzündung der Haut dazu, das Eindringen von fremden Stoffen oder Bakterien zu verhindern oder diese zu beseitigen. Dringt z.B. ein Fremdkörper in die Haut ein, reagiert die Haut mit einer Entzündung, um den Fremdkörper abzubauen und wieder nach außen zu befördern. Auch Chemikalien oder Allergene können Entzündungen der Haut auslösen. Viele Entzündungen der Haut verursachen Rötung und Juckreiz, manchmal auch Schuppung. Das Erscheinungsbild ist für den Laien oft einheitlich („sieht doch alles gleich aus“), es können sich jedoch sehr viele verschiedene Hauterkrankungen mit verschiedenen Ursachen hinter einer Entzündung verbergen.

Bei der Neurodermitis kann eine akute Entzündung durch Austrocknung der Haut, geschädigte Barriere, Einwirkung von Reizen, aber auch durch bestimmte Allergene, wie Hausstaubmilben oder Pollen ausgelöst werden. Viele Neurodermitis-Patienten berichten, dass auch Stress zu akuten Schüben der Neurodermitis führen kann. Bei der Neurodermitis von Babys und Kleinkindern spielen oft Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine Rolle, die sich jedoch im Laufe der ersten Lebensjahre meistens verlieren. Bei ausgeprägten Entzündungen, die über mehrere Tage anhalten, wird Linderung nur durch die Anwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Kortison erreicht.

 

KORTISON

Die äußerliche und gelegentlich auch innerliche Anwendung von Kortison ist bis heute die wirksamste Methode, um eine Entzündung der Haut schnell zum Abklingen zu bringen. In der Anfangszeit der Kortisonanwendung wurden oft zu lange und zu starke Kortisonpräparate angewendet. Dies führte zu Nebenwirkungen, wie Hautverdünnung und Auftreten von Gefäßerweiterungen und Dehnungsstreifen. In der Zwischenzeit stehen jedoch moderne, gut verträgliche Kortisonpräparate für die äußere Anwendung zur Verfügung. Der Vorteil dieser neuen Wirkstoffe ist, dass sie in erster Linie entzündungshemmend wirken und nicht so schnell zu einer Hautverdünnung führen. Die meisten dieser Wirkstoffe werden bereits in der Haut durch hauteigene Enzyme abgebaut. Mit modernen Kortisonpräparaten lassen sich bei sachgemäßem Einsatz Entzündungen schnell und wirksam behandeln, ohne dass Nebenwirkungen entstehen. Deshalb ist gegen den Einsatz von Kortison unter ärztlicher Aufsicht nichts einzuwenden. Die ablehnende Haltung von Patienten gegenüber der Anwendung von Kortison wird oft damit begründet, dass damit zwar die Symptome behandelt werden, aber keine oder wenig Ursachenforschung betrieben wird. Die Betroffenen vermissen eine ganzheitliche Beratung für ihre Situation. 

CALM & REPAIR

KÖRPERBALSAM & GESICHTSCREME
SÜSSHOLZ

Die Anwendung entzündungshemmender Medikamente sollte deshalb in ein therapeutisches Gesamtkonzept eingebettet sein, in dem Hinweise zur Vermeidung von Auslösern, zur begleitenden Körperpflege und zur Ernährung nicht fehlen dürfen. Vor allem der begleitenden Hautpflege kommt eine große Bedeutung zu. Mit einer guten Basispflege im entzündungsfreien Intervall lassen sich neue Entzündungsschübe reduzieren und die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessert sich.

VELAN CALM & REPAIR Körperbalsam und VELAN CALM & REPAIR Gesichtscreme enthalten Wirkstoffe aus folgenden Heilpflanzen:

 

Tipps zur Hautpflege und Ernährung

Die Hautpflege spielt bei der Erhaltung einer ruhigen Haut eine wichtige Rolle, vor allem dann, wenn anlagebedingt die Haut zur Trockenheit neigt und empfindlich ist. Dies ist bei Menschen mit einer Neigung zu atopischen Erkrankungen (Heuschnupfen, allergischem Asthma und Neurodermitis) besonders der Fall. Ist der akute Schub einer Neurodermitis abgeklungen, sind die Ursachen, die Hautstress verursachen, abgeklärt und beseitigt, kann eine gute Hautpflege zur Stabilisierung der Haut und zum Aufbau der Hautbarriere beitragen. In der Regel sollten bei empfindlicher Haut duftstofffreie Präparate verwendet werden. Mögliche Kontakt-Allergene, wie Duftstoffe, bestimmte Emulgatoren, Wollwachs (Lanolin), Konservierungsstoffe und in seltenen Fällen auch pflanzliche Stoffe (aus Korbblütlern wie Arnika, Kamille, Ringelblume) sollten vermieden werden. Die Bedeutung von Allergien gegen pflanzliche Stoffe wird jedoch im Allgemeinen überschätzt. Pflanzenextrakte können in der Basispflege und bei der Behandlung von trockener Haut sogar von Nutzen sein. Unproblematisch sind z.B. die altbewährten Gerbstoffe, die ursprünglich aus der Eichenrinde und aus der Zaubernuss (Hamamelis) gewonnen wurden. Pflanzliche Abkochungen eignen sich sehr gut zur Zubereitung fett-feuchter Umschläge. Die trockenen Stellen werden dabei mit einer Salbe eingecremt und anschließend mit tropfnassen Lappen mit Schwarztee oder abgekühlten Abkochungen aus Schachtelhalm, Johanniskraut u.ä. abgedeckt bis die Feuchtigkeit verdunstet ist. Viele Patienten empfinden fett-feuchte Umschläge als äußerst angenehm und reizlindernd. Es gibt aber auch zahlreiche Pflegepräparate oder Medizinprodukte, die auf pflanzlicher Basis speziell für empfindliche Haut entwickelt wurden. Glycyrrhetinsäure aus der Süßholzwurzel zeigte in kontrollierten Studien eine gute Wirkung bei der Behandlung der Neurodermitis. Eine Zubereitung aus Birkenrinde kommt ohne Emulgatoren und Konservierungsstoffe aus. Ein Spezialextrakt aus Johanniskraut war im Halbseitenvergleich signifikant besser wirksam, als die wirkstofffreie Grundlage der Creme. Speziell zur Pflege der trockenen Haut bei Atopikern dient eine reichhaltige Basispflege mit Mittagsblumenextrakt. Dies sind nur einige Beispiele von hochwertigen pflanzlichen Präparaten, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit in klinischen Studien nachgewiesen wurde.

Andere Pflegepräparate enthalten einen niedrigen Anteil an Fetten auf Mineralölbasis. Dies kann bei sehr trockener Haut durchaus sinnvoll sein, denn die Mineralöle (z.B. Paraffin) legen sich wie ein dünner Film auf die Haut und verhindern damit die Verdunstung von Wasser. Dies kann zu einer nachhaltigen Verbesserung der Hautfeuchtigkeit führen. Mineralöle werden aber auch oft kritisch gesehen, weil sie kein nachwachsender Rohstoff sind, nicht von der Haut aufgenommen werden und zu Verstopfung der Poren führen können. Zusätzlich werden Feuchthaltefaktoren wie Glycerin und Harnstoff eingearbeitet. Die Verwendung von Harnstoff erhöht deutlich die Feuchtigkeit der obersten Hautschicht. Dies ist nicht nur eine rein mechanische Bindung von Wasser. Harnstoff führt über sogenannte Aquaporine zu einem Calcium-Einstrom in die Keratinozyten und zu einer verbesserten Regeneration der Epidermis. Harnstoff sollte wegen seines Irritationspotentials jedoch nicht auf akut entzündeter Haut verwendet werden.

Bei der Hautpflege der empfindlichen Haut gibt es keine bestimmten Produkte, die von allen Menschen gut vertragen werden. Jede Haut ist individuell, jede Körperregion verlangt eine eigene Galenik und je nach Hautzustand muss eine andere Rezeptur verwendet werden.

Zusammenfassend spielt die Basispflege zur Erhaltung einer ruhigen Haut eine sehr große Rolle. Die Wahl der Zubereitung hängt vom individuellen Hautzustand und von der Körperregion ab.

CALM & REPAIR

KÖRPERBALSAM & GESICHTSCREME
SÜSSHOLZ

Einleitung

In Deutschland leiden mindestens drei Millionen Menschen unter Neurodermitis. Kinder und Jugendliche sind etwa zu zehn Prozent von dieser Krankheit oder unterschwelligen Formen betroffen. Insgesamt haben über 30 Prozent aller Deutschen die Anlage zur Neurodermitis (Atopie). Wenn ein Elternteil Neurodermitiker ist, liegt das Risiko einer Erkrankung der Kinder bei etwa 30 Prozent. Sind beide Eltern betroffen, liegt das Risiko der Kinder bei 60 bis zu 80 Prozent, eine Neurodermitis und/oder einen Heuschnupfen oder Asthma zu entwickeln. Bei 80% der Betroffenen tritt die Neurodermitis vor dem Schulalter auf (unter 7 Jahre).
 

Selbsthilfegruppen / Patientenorganisationen / Informationsportale:

  • www.neurodermitis.net – Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V., Boppard: Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Infos für Betroffene.
  • www.dnb-ev.de – Deutscher Neurodermitis-Bund e.V., Hamburg: Kontakt zu Selbsthilfegruppen und Infos für Betroffene.
  • www.jucknix.de – Unabhängiges deutsches Neurodermitis-Portal.
  • www.dgk.de – Suchbegriff Neurodermitis: Internetseite des Deutschen Grünen Kreuzes e.V., Marburg: Umfangreicher Überblick über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.
  • www.neurodermitisschulung.de – Arbeitsgemeinschaft Neurodermitis-Schulung e.V. (AGNES, Berlin): Bietet Informationen zu Neurodermitisschulungen.

 

Ruhige Haut 

Normalerweise fühlen wir uns wohl in unserer Haut. Wenn die Haut gesund ist, ist sie ruhig, dann merken wir nichts von ihr. Dennoch ist ruhige Haut keine Selbstverständlichkeit. Die Haut befindet sich in einem fragilen Gleichgewicht, denn sie muss ständig auf Einflüsse von außen und von innen reagieren. Die oberste Hautschicht, die Epidermis, erneuert sich in einem Zyklus von etwa 28 Tagen. Einflüsse des modernen Lebens machen der Haut zu schaffen. Häufiges Duschen und Baden, die Anwendung von Seifen, Deos und Parfums, aber auch trockene Heizungsluft im Winter können die normale Funktion der Haut stören und aus der Ruhe wird Unruhe. Auch seelische Faktoren, wie Stress oder Kummer, können zu ‚Hautstress‘ führen. Die häufigsten Reaktionsformen der Haut auf Stress sind Juckreiz und Entzündungen. Vor allem Menschen mit atopischer Haut, d.h. Menschen, die zu Neurodermitis, Heuschnupfen und allergischem Asthma neigen, haben eine empfindliche Haut und es reichen oft schon geringe Reize, wie das Kitzeln von Wolle auf der Haut, um Juckreiz auszulösen.

 

Juckreiz

Juckreiz entsteht in der obersten Hautschicht, der Epidermis, die reich an freien Nervenendigungen ist. Bei anlagebedingt trockener Haut, z.B. Neurodermitis, sind die freien Nervenendigungen, die bis direkt unter die Oberfläche reichen, nicht mehr durch eine stabile Hautbarriere ausreichend geschützt. Deshalb können Reize wie Wärme und Kälte, Kitzeln auf der Haut, Einwirkung von Wasser und Seife sowie die Anwendung einer unpassenden Hautpflege diese freien Nervenendigungen reizen und Juckreiz auslösen. Juckreiz kann auch entstehen, wenn in der darunter liegenden Hautschicht, der Dermis, Mastzellen dazu gereizt werden, ihren in der Zelle gespeicherten Botenstoff Histamin auszuschütten. Histamin führt zu einer raschen Erweiterung der Gefäße und zu Juckreiz. Beispiele für histaminvermittelten Juckreiz sind Mückenstiche und Brennesselkontakt. Auch bei der Urtikaria (Nesselsucht) entstehen die Schwellung und der Juckreiz durch das Histamin. Juckreiz kann aber auch andere Ursachen haben. So können innere Erkrankungen (z.B. Nierenerkrankungen, Gallenerkrankungen) zu Juckreiz führen. Trockenheit der Haut im Alter kann zu Juckreiz führen, ebenso wie bestimmte Medikamente und Nahrungsmittel. Auch Parasiten können Juckreiz verursachen, z.B. die Krätze, die immer wieder kleine Epidemien auslöst. Ist die Ursache für den Juckreiz unklar, sollte ein Hautarzt zur Klärung hinzugezogen werden.

 

Entzündungen der Haut

Normalerweise dient eine Entzündung der Haut dazu, das Eindringen von fremden Stoffen oder Bakterien zu verhindern oder diese zu beseitigen. Dringt z.B. ein Fremdkörper in die Haut ein, reagiert die Haut mit einer Entzündung, um den Fremdkörper abzubauen und wieder nach außen zu befördern. Auch Chemikalien oder Allergene können Entzündungen der Haut auslösen. Viele Entzündungen der Haut verursachen Rötung und Juckreiz, manchmal auch Schuppung. Das Erscheinungsbild ist für den Laien oft einheitlich („sieht doch alles gleich aus“), es können sich jedoch sehr viele verschiedene Hauterkrankungen mit verschiedenen Ursachen hinter einer Entzündung verbergen.

Bei der Neurodermitis kann eine akute Entzündung durch Austrocknung der Haut, geschädigte Barriere, Einwirkung von Reizen, aber auch durch bestimmte Allergene, wie Hausstaubmilben oder Pollen ausgelöst werden. Viele Neurodermitis-Patienten berichten, dass auch Stress zu akuten Schüben der Neurodermitis führen kann. Bei der Neurodermitis von Babys und Kleinkindern spielen oft Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine Rolle, die sich jedoch im Laufe der ersten Lebensjahre meistens verlieren. Bei ausgeprägten Entzündungen, die über mehrere Tage anhalten, wird Linderung nur durch die Anwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Kortison erreicht.

 

KORTISON

Die äußerliche und gelegentlich auch innerliche Anwendung von Kortison ist bis heute die wirksamste Methode, um eine Entzündung der Haut schnell zum Abklingen zu bringen. In der Anfangszeit der Kortisonanwendung wurden oft zu lange und zu starke Kortisonpräparate angewendet. Dies führte zu Nebenwirkungen, wie Hautverdünnung und Auftreten von Gefäßerweiterungen und Dehnungsstreifen. In der Zwischenzeit stehen jedoch moderne, gut verträgliche Kortisonpräparate für die äußere Anwendung zur Verfügung. Der Vorteil dieser neuen Wirkstoffe ist, dass sie in erster Linie entzündungshemmend wirken und nicht so schnell zu einer Hautverdünnung führen. Die meisten dieser Wirkstoffe werden bereits in der Haut durch hauteigene Enzyme abgebaut. Mit modernen Kortisonpräparaten lassen sich bei sachgemäßem Einsatz Entzündungen schnell und wirksam behandeln, ohne dass Nebenwirkungen entstehen. Deshalb ist gegen den Einsatz von Kortison unter ärztlicher Aufsicht nichts einzuwenden. Die ablehnende Haltung von Patienten gegenüber der Anwendung von Kortison wird oft damit begründet, dass damit zwar die Symptome behandelt werden, aber keine oder wenig Ursachenforschung betrieben wird. Die Betroffenen vermissen eine ganzheitliche Beratung für ihre Situation. 

Die Anwendung entzündungshemmender Medikamente sollte deshalb in ein therapeutisches Gesamtkonzept eingebettet sein, in dem Hinweise zur Vermeidung von Auslösern, zur begleitenden Körperpflege und zur Ernährung nicht fehlen dürfen. Vor allem der begleitenden Hautpflege kommt eine große Bedeutung zu. Mit einer guten Basispflege im entzündungsfreien Intervall lassen sich neue Entzündungsschübe reduzieren und die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessert sich.

VELAN CALM & REPAIR Körperbalsam und VELAN CALM & REPAIR Gesichtscreme enthalten Wirkstoffe aus folgenden Heilpflanzen:

 

Tipps zur Hautpflege und Ernährung

Die Hautpflege spielt bei der Erhaltung einer ruhigen Haut eine wichtige Rolle, vor allem dann, wenn anlagebedingt die Haut zur Trockenheit neigt und empfindlich ist. Dies ist bei Menschen mit einer Neigung zu atopischen Erkrankungen (Heuschnupfen, allergischem Asthma und Neurodermitis) besonders der Fall. Ist der akute Schub einer Neurodermitis abgeklungen, sind die Ursachen, die Hautstress verursachen, abgeklärt und beseitigt, kann eine gute Hautpflege zur Stabilisierung der Haut und zum Aufbau der Hautbarriere beitragen. In der Regel sollten bei empfindlicher Haut duftstofffreie Präparate verwendet werden. Mögliche Kontakt-Allergene, wie Duftstoffe, bestimmte Emulgatoren, Wollwachs (Lanolin), Konservierungsstoffe und in seltenen Fällen auch pflanzliche Stoffe (aus Korbblütlern wie Arnika, Kamille, Ringelblume) sollten vermieden werden. Die Bedeutung von Allergien gegen pflanzliche Stoffe wird jedoch im Allgemeinen überschätzt. Pflanzenextrakte können in der Basispflege und bei der Behandlung von trockener Haut sogar von Nutzen sein. Unproblematisch sind z.B. die altbewährten Gerbstoffe, die ursprünglich aus der Eichenrinde und aus der Zaubernuss (Hamamelis) gewonnen wurden. Pflanzliche Abkochungen eignen sich sehr gut zur Zubereitung fett-feuchter Umschläge. Die trockenen Stellen werden dabei mit einer Salbe eingecremt und anschließend mit tropfnassen Lappen mit Schwarztee oder abgekühlten Abkochungen aus Schachtelhalm, Johanniskraut u.ä. abgedeckt bis die Feuchtigkeit verdunstet ist. Viele Patienten empfinden fett-feuchte Umschläge als äußerst angenehm und reizlindernd. Es gibt aber auch zahlreiche Pflegepräparate oder Medizinprodukte, die auf pflanzlicher Basis speziell für empfindliche Haut entwickelt wurden. Glycyrrhetinsäure aus der Süßholzwurzel zeigte in kontrollierten Studien eine gute Wirkung bei der Behandlung der Neurodermitis. Eine Zubereitung aus Birkenrinde kommt ohne Emulgatoren und Konservierungsstoffe aus. Ein Spezialextrakt aus Johanniskraut war im Halbseitenvergleich signifikant besser wirksam, als die wirkstofffreie Grundlage der Creme. Speziell zur Pflege der trockenen Haut bei Atopikern dient eine reichhaltige Basispflege mit Mittagsblumenextrakt. Dies sind nur einige Beispiele von hochwertigen pflanzlichen Präparaten, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit in klinischen Studien nachgewiesen wurde.

Andere Pflegepräparate enthalten einen niedrigen Anteil an Fetten auf Mineralölbasis. Dies kann bei sehr trockener Haut durchaus sinnvoll sein, denn die Mineralöle (z.B. Paraffin) legen sich wie ein dünner Film auf die Haut und verhindern damit die Verdunstung von Wasser. Dies kann zu einer nachhaltigen Verbesserung der Hautfeuchtigkeit führen. Mineralöle werden aber auch oft kritisch gesehen, weil sie kein nachwachsender Rohstoff sind, nicht von der Haut aufgenommen werden und zu Verstopfung der Poren führen können. Zusätzlich werden Feuchthaltefaktoren wie Glycerin und Harnstoff eingearbeitet. Die Verwendung von Harnstoff erhöht deutlich die Feuchtigkeit der obersten Hautschicht. Dies ist nicht nur eine rein mechanische Bindung von Wasser. Harnstoff führt über sogenannte Aquaporine zu einem Calcium-Einstrom in die Keratinozyten und zu einer verbesserten Regeneration der Epidermis. Harnstoff sollte wegen seines Irritationspotentials jedoch nicht auf akut entzündeter Haut verwendet werden.

Bei der Hautpflege der empfindlichen Haut gibt es keine bestimmten Produkte, die von allen Menschen gut vertragen werden. Jede Haut ist individuell, jede Körperregion verlangt eine eigene Galenik und je nach Hautzustand muss eine andere Rezeptur verwendet werden.

Zusammenfassend spielt die Basispflege zur Erhaltung einer ruhigen Haut eine sehr große Rolle. Die Wahl der Zubereitung hängt vom individuellen Hautzustand und von der Körperregion ab.